Spenden 
Für unsere kleinsten Igel sowie für alle Intensivpatienten haben wir eigens unser Büro zum Krankenzimmer umfunktioniert. Hier werden schwache, unterernährte und kranke Igel solange gepeppelt, bis sie gesund und kräftig genug sind in den Winterschlaf zu gehen, bzw in den Sommermonaten wieder fit für die Freiheit sind.
Wir haben 15 Pflegeplätze, sollten wir mehr Patienten haben stellen wir auch schonmal Notboxen auf. Irgendwie kriegen wir die Tiere immer unter. Mitunter ist das Stress pur wenn wir viele Pfleglinge haben, die per Hand gefüttert werden müssen oder mehrmals täglich Medikamente brauchen aber auch das schaffen wir immer irgendwie.
Hier einige Bilder unserer Krankenstation.
Hier züchten wir Lebendfutter, haben eine kleine Laborecke und natürlich die Boxen für unsere Patienten. Jeder Igel hat strikt seine eigene Box, die nach dem Auszug peinlichst genau desinfiziert wird, um mögliche Keime etc abzutöten und nicht weiterzutragen an den nächsten Patienten. |
||
Igel, welche wieder gesund sind werden im Sommer wieder in die Freiheit entlassen, oder aber in den Wintermonaten in die Gartenhütte verbracht, wo sie dann ihren wohlverdienten Winterschlaf antreten können. In der Hütte haben wir immer eine konstante Raumtemperartur zwischen 5 und 6 Grad C. Dies ist die ideale Temperatur für die Igel die schlafen, denn wenn es kälter wäre, müssten sie zuviel Energie einsetzen um den Körper auf einer bestimmten Minimaltemperatur zu halten.
Den Bau der Igelschutzhütte hatten wir bereits hier dokumentiert. Und so sieht es innen aus:
Es gibt 2 schmale Gänge, in jedem Gang befinden sich links und rechts jeweils 5 Riesenboxen, die wir bei Bedarf teilen können, sodass wir aus einer Box zwei kleinere, die dennoch viel Platz bieten, machen können. Die Boxen sind numeriert und jeder Igel hat sowohl seine Boxennnummer als auch sein Pflegeprotokoll. Die Hütte bietet bequem Platz für 40 Igel. Links und rechts steht jeweils ein Tisch auf dem wir die Tiere wiegen und versorgen können.
Igel, die schon etwas länger bei uns sind, bzw solche, die noch bei sehr milden Wintertemperaturen schon weit mehr als 600 g haben und gesund sind, setzen wir noch ins Freigehege, wo jeder Igel seine vollisolierte Hütte hat. Dort können sie sich aklimatisieren und sich den langsam sinkenden Temperaturen anpassen. Nach wie vor werden diese Igel solange mit Futter versorgt, bis sie nach und nach in den Winterschlaf fallen. Dies ist unserer Erfahrung nach der Natur am nächsten kommenden Form der Überwinterung. Ganz wie in der Natur mit dem Unterschied, es ist immer Futter da. Selbst wenn alle schlafen, steht immer noch frisches Wasser und Igeltrockenfutter bereit, denn irgendein Tier ist zwischendurch immer mal wieder munter.
Im Frühjahr wenn die Igel nach und nach erwachen, werden sie noch einige Tage / Wochen angefüttert, bis sie ihr ursprüngliches Gewicht wieder erreicht haben ( mind. jedoch 500 g ) um dann ausgewildert zu werden. Sehr viele Menschen, die über einen Garten verfügen, etwas abseits einer vielbefahrenen Strasse wohnen, sind bereit, die Igel bei sich aufzunehmen und noch weiter zu füttern, sodaß die Igel dort ansässig werden können.
Es ist schön zu wissen, dass sehr viele Menschen genauso "Igel-Verrückt " sind und sich um das Wohl dieser possierlichen Tierchen kümmern. Vieleicht gelingt es uns durch unsere Arbeit noch viel mehr Menschen zu begeistern und so das Verschwinden des Igels von unserem Planeten zu verhindern.